Fräs-Biegetechnik

Die Fräs-Biegetechnik ermöglicht individuelle Kunststoffgehäuse und Bauteile ohne Werkzeugkosten, vom Prototyp bis zur Serienfertigung von mehreren Tausend Stück. Kundenspezifische Geometrien, Varianten und konstruktive Änderungen lassen sich dabei flexibel und wirtschaftlich umsetzen.

Fräs-Biegetechnik für individuelle Kunststoffgehäuse und Bauteile

Vom Prototyp bis zur Serienfertigung: kundenspezifisch und ohne Werkzeugkosten. apra-plast entwickelt und fertigt individuelle Kunststoffgehäuse und Kunststoffbauteile in Fräs-Biegetechnik. Ob erste Idee, konkrete Zeichnung oder bestehende Gehäuselösung, die überarbeitet werden soll: Gemeinsam entwickeln wir eine Lösung, die auf die Bauteilgeometrie, den Einsatzbereich sowie die technischen und wirtschaftlichen Anforderungen Ihres Projekts abgestimmt ist.

Was ist Fräs-Biegetechnik?

Bei der Fräs-Biegetechnik werden thermoplastische Kunststoffplatten zunächst präzise auf CNC-Anlagen bearbeitet und anschließend in die gewünschte Form gebogen. So entstehen kundenspezifische Gehäuse und Bauteile mit individuellen Konturen, Bohrungen, Durchbrüchen und Vertiefungen sowie Winkel- und Rundbiegungen. Das Verfahren wird teilweise auch als Falt- und Biegetechnik, Falttechnik oder Nut-Biege-Verfahren bezeichnet. Seine besondere Stärke liegt in der wirtschaftlichen Fertigung individueller Gehäuse und Bauteile – vom Prototyp über Kleinserien bis hin zur Serienfertigung von mehreren 1000 Stück. Auch Varianten und spätere konstruktive Änderungen können flexibel berücksichtigt werden.

Individuelle Lösungen für technische und wirtschaftliche Anforderungen

Ob sich die Fräs-Biegetechnik für ein Projekt eignet, hängt von der Geometrie, dem Werkstoff, den erforderlichen Radien und Toleranzen sowie den geplanten Stückzahlen und Varianten ab. Auch Sichtflächen, mechanische und thermische Belastungen, Schutzanforderungen und der gewünschte Montageumfang fließen in die Auslegung ein.

Bereich Herausforderung unserer Kunden Unsere Lösung
Geometrie und Design
Gehäuseform, Einbauraum, Bedienkonzept und Schnittstellen erfordern eine individuelle konstruktive Ausführung.
CNC-Bearbeitung und anschließendes Biegen ermöglichen kundenspezifische Konturen, Bohrungen, Durchbrüche, Vertiefungen sowie Winkel- und Rundbiegungen. Auch L-, U- und Z-Profile sowie runde oder teilrunde Bauteilbereiche sind realisierbar.
Stückzahl und Varianten
Prototypen, unterschiedliche Losgrößen, schwankende Bedarfe und mehrere Produktvarianten sollen wirtschaftlich und reproduzierbar gefertigt werden.
Bedarfsgerechte Fertigung vom Einzelteil bis zu Serien von mehreren Tausend Stück. Varianten und konstruktive Änderungen lassen sich über angepasste CAD-Daten und CNC-Programme umsetzen.
Werkstoff und Materialstärke
Mechanische Belastung, Temperatur, Brandverhalten, Optik und Einsatzumgebung stellen unterschiedliche Anforderungen an das Plattenmaterial.
Je nach Anwendung kommen unterschiedliche thermoplastische Kunststoffplatten zum Einsatz, beispielsweise aus ABS, Polystyrol oder Polycarbonat. Werkstoff, Materialstärke und Biegeverhalten werden auf Geometrie und Beanspruchung abgestimmt.
Winkel und Radien
Neben kantigen Gehäuseformen werden größere Radien oder runde und teilrunde Bauteilbereiche benötigt.
Neben klassischen Winkelbiegungen ermöglicht das von apra-plast entwickelte Rundbiegeverfahren auch größere Radien und Biegungen bis 180 Grad – abhängig von Werkstoff, Materialstärke und Bauteilgeometrie.
Brandverhalten
Für die Anwendung werden definierte Anforderungen an das Brandverhalten des eingesetzten Kunststoffs gestellt.
Projektbezogen können Plattenmaterialien mit unterschiedlichen UL94-Klassifizierungen, darunter HB, V-2 und V-0, eingesetzt werden. Maßgeblich sind der konkrete Werkstoff und die verwendete Materialstärke.
EMV-Schutz und Dichtigkeit
Elektronische Komponenten müssen vor elektromagnetischen Einflüssen oder dem Eindringen von Staub und Feuchtigkeit geschützt werden.
Leitfähige Beschichtungen wie EMV-Leitlack oder eine Kupferbeschichtung sowie Dichtungen können in das Gehäusekonzept einbezogen werden. Abschirmwirkung und Dichtigkeit werden auf den gesamten Gehäuseaufbau abgestimmt.
Oberfläche und Kennzeichnung
Sichtflächen, Farbgebung, Bedienhinweise und dauerhafte Kennzeichnungen müssen zur Funktion und zum Produktdesign passen.
Unterschiedliche Materialfarben sowie transparente, opale oder transluzente Kunststoffe eröffnen vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Ergänzend sind Lackierung, Digitaldruck, Laserbeschriftung, Gravur, Folien und Folientastaturen möglich.
Montage und Integration
Anbauteile, Befestigungselemente und weitere Komponenten müssen konstruktiv berücksichtigt und zuverlässig in das Gehäuse integriert werden.
Gewindeeinsätze, Scharniere, Gehäusefüße, Befestigungselemente, Blechteile, Dichtungen und beigestellte Komponenten können bereits bei Konstruktion und Fertigung berücksichtigt und auf Wunsch montiert werden.

Typische Gehäuse, Bauteile und Anwendungen

Mit der Fräs-Biegetechnik lassen sich unter anderem Elektronik- und Gerätegehäuse, Bedien- und Pultgehäuse, Wandgehäuse, Abdeckungen, Hauben und Verkleidungen herstellen. Auch Front- und Rückteile, Träger, Innenausbauten, Profile sowie runde oder teilrunde Gehäusebereiche sind möglich.

Die Lösungen werden beispielsweise in der Medizintechnik, der Industrieelektronik, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Mess- und Prüftechnik, in Labor- und Analysegeräten sowie in der Kommunikations- und Informationstechnik eingesetzt. Werkstoff, Konstruktion, Oberfläche und Montageumfang werden dabei auf die Anforderungen der jeweiligen Anwendung abgestimmt.

Projektanforderungen besprechen

Sie möchten prüfen, ob Spritzguss zu Ihrem Bauteil und der geplanten Menge passt? Gemeinsam klären wir Geometrie, Werkstoff, Werkzeugkonzept, Stückzahl und gewünschte Weiterverarbeitung.

Kontakt André Nöllen Produktmanagement Fräs-/Biege-Technik
André Nöllen

Produktmanagement Fräs-/Biege-Technik

Kontakt Felicia Toma Produktmanagement Fräs-/Biege-Technik
Felicia Toma

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Kontakt Elias Brandt Produktmanagement Fräs-/Biege-Technik
Elias Brandt

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Wenn Fräs-Biegetechnik allein nicht die optimale Lösung ist

Die Fräs-Biegetechnik eignet sich besonders für Gehäuse und Bauteile, die sich aus Kunststoffplatten entwickeln lassen. Bei komplexen Freiformflächen, doppelt gekrümmten Geometrien oder ausgeprägten Hinterschneidungen kann ein anderes Fertigungsverfahren geeigneter sein. apra-plast prüft deshalb die Machbarkeit anhand des konkreten Bauteils. Wo es technisch oder wirtschaftlich sinnvoll ist, kann die Fräs-Biegetechnik durch hauseigene Fertigungstechnologien wie  3D-Druck, Vakuumguss, Tiefziehen, Spritzguss oder im Materialmix mit Blechteilen ergänzt, mit diesen kombiniert oder durch ein besser geeignetes Verfahren ersetzt werden.