Fräsbearbeitung von Standardgehäusen

Standard-Kunststoffgehäuse werden durch kundenspezifische Durchbrüche gezielt an die Anwendung angepasst. So entstehen wirtschaftlich modifizierte Gehäuse, auf Wunsch mit Druck oder Lasergravur.

Fräsbearbeitung von Standard-Kunststoffgehäusen

Modifizierte Standardgehäuse mit kundenspezifischen Durchbrüchen, Druck oder Lasergravur.

Die apra-gruppe fertigt und bearbeitet modifizierte Standard-Kunststoffgehäuse für kundenspezifische Anwendungen. Dafür greifen wir auf ein breites Sortiment an Hutschienengehäusen, Sensorgehäusen und Schalttafelgehäusen zurück und ergänzen die gewählte Standardbauform durch projektspezifische Durchbrüche, Druck oder Lasergravur.

So entsteht ohne vollständige Gehäuseneuentwicklung und ohne Investition in ein eigenes Formwerkzeug ein anwendungsbezogenes Gehäuse, vom ersten Muster bis zu größeren Serien.

Was ist die Fräsbearbeitung von Standard-Kunststoffgehäusen?

Bei diesem Verfahren wird ein bereits gefertigtes Standard-Gehäuse oder Einzelteil nachträglich auf CNC-Anlagen bearbeitet. Bohrungen, rechteckige oder freie Ausschnitte, Schlitze und weitere Durchbrüche werden dort eingebracht, wo sie für Anschlüsse, Anzeigen, Bedienelemente oder Kabeldurchführungen benötigt werden. Abmessungen, Material und Grundaufbau des gewählten Standard-Gehäuses bleiben erhalten.

Die Lösung eignet sich, wenn eine vorhandene Gehäusebauform grundsätzlich zum Einbauraum und zur Anwendung passt, aber die benötigten Durchbrüche oder Kennzeichnungen fehlen. Das kann vom ersten Muster bis zu größeren Serien wirtschaftlich sein: Entscheidend ist, dass die Standardabmessungen genutzt werden können und keine hohe Investition in ein eigenes Spritzgusswerkzeug erforderlich wird.

Ihre Herausforderung – unsere technische Lösung

Aus dem Standardprogramm wird zunächst die passende Gehäuseform ausgewählt. Anschließend werden Durchbrüche, Kennzeichnung und gewünschte Varianten auf die konkrete Anwendung abgestimmt.

Bereich Ihre Herausforderung Unsere technische Lösung
Durchbrüche
Steckverbinder, Kabelverschraubungen, Displays, LEDs oder Bedienelemente benötigen projektspezifische Öffnungen.
Bohrungen, Schlitze, rechteckige Ausschnitte und freie Konturen werden nach Zeichnung CNC-gefertigt.
Gehäuseauswahl
Das Gehäuse soll zum Einbauraum passen, ohne dass eine neue Grundform entwickelt werden muss.
Aus Hutschienengehäusen, Sensorgehäusen und Schalttafelgehäusen wird eine geeignete Standardbauform als Basis ausgewählt.
Stabilität
Große Ausschnitte oder geringe Abstände zu Rippen, Domen und Rastbereichen können das Gehäuse schwächen.
Position und Kontur der Bearbeitung werden anhand von Wandaufbau, Reststegen und tragenden Gehäusebereichen bewertet.
Schutzanforderungen
Durchbrüche können die ursprüngliche Schutzwirkung des Standardgehäuses verändern.
Öffnung, Einbauteil und Dichtungskonzept werden gemeinsam betrachtet; erforderliche Prüfungen sind projektbezogen festzulegen.
Varianten
Mehrere Geräteversionen benötigen unterschiedliche Anschluss-, Anzeige- oder Bedienlayouts bei gleicher Grundform.
Bearbeitungsvarianten werden über definierte Zeichnungsstände und angepasste CNC-Programme auf einer gemeinsamen Gehäuseplattform umgesetzt.
Stückzahl und Serie
Ein eigenes Formwerkzeug soll vermieden werden, obwohl ein wiederkehrender oder größerer Bedarf besteht
Wenn die Standardabmessungen passen, kann die CNC-Bearbeitung auch bei größeren Stückzahlen wirtschaftlich eingesetzt werden.
Änderungen
Durchbrüche oder Einbauteile können sich während der Entwicklung noch verändern.
Geänderte Konturen werden nach erneuter Prüfung über Zeichnung und CNC-Programm angepasst.
Druck und Gravur
Funktion, Bedienhinweise und Gerätekennzeichnung sollen direkt am Gehäuse erkennbar sein.
Die Fräsbearbeitung lässt sich mit anwendungsbezogenem Druck oder Lasergravur kombinieren.

Vom Standardgehäuse zur anwendungsbezogenen Variante

Ausgangspunkt ist die Auswahl eines Standardgehäuses, dessen Abmessungen und Grundaufbau zur Anwendung passen. Für die Bearbeitung benötigen wir vor allem die genaue Gehäusevariante, Stückzahl sowie Lage und Maße der gewünschten Durchbrüche. In vielen Fällen reichen dafür eine bemaßte 2D-Zeichnung oder eine eindeutige Skizze; weiterführende Daten werden nur dann abgestimmt, wenn sie für die Bearbeitung erforderlich sind.

Die apra-gruppe prüft, ob die gewünschten Durchbrüche auf den vorgesehenen Gehäuseflächen umgesetzt werden können. Anschließend werden Bearbeitung, Druck oder Lasergravur entsprechend dem vereinbarten Datenstand ausgeführt. Bei Bedarf kann zunächst ein Muster gefertigt und vor der wiederkehrenden Serie freigegeben werden.

Typische Gehäuse und Anwendungen

Kundenspezifisch bearbeitete Standard-Kunststoffgehäuse werden unter anderem für Steuerungs- und Automatisierungsmodule, Mess- und Regelgeräte, Sensor- und IoT-Einheiten, Netzteile, Anschlussmodule sowie kleinere Bedien- und Anzeigeeinheiten eingesetzt. Je nach Anwendung dienen die Durchbrüche beispielsweise der Aufnahme von Steckverbindern, Leitungen, Kabelverschraubungen, Tastern, Schaltern, Displays, LEDs oder Lüftungsöffnungen.

Als Ausgangsbasis kommen insbesondere Hutschienengehäuse für Elektronikmodule, apraSens-Sensorgehäuse sowie Schalttafelgehäuse aus dem apra-Programm infrage. Ob eine konkrete Gehäusefläche bearbeitet werden kann, wird anhand der jeweiligen Bauform und der gewünschten Kontur geprüft.

Projektanforderungen besprechen

Sie haben ein passendes Standard-Kunststoffgehäuse gefunden und benötigen projektspezifische Durchbrüche, Druck oder Lasergravur? Gemeinsam prüfen wir Gehäusevariante, Bearbeitungsdaten und Stückzahl und klären, wie daraus wirtschaftlich ein anwendungsbezogenes Gehäuse entsteht.

Anja Rieker

Produktmanagement Kunststofftechnik

Wann ist ein vollständig kundenspezifisches Gehäuse geeigneter?

Die Fräsbearbeitung eines Standardgehäuses ist sinnvoll, solange Grundform, Material, Wandaufbau und Innengeometrie zur Anwendung passen und sich die Anpassung auf zugängliche Bereiche konzentriert. Werden dagegen freie Außenabmessungen, ein grundlegend anderer Innenaufbau, komplexe dreidimensionale Geometrien oder großflächige Änderungen benötigt, kann ein anderes Fertigungsverfahren technisch oder wirtschaftlich besser passen.

Die apra-gruppe kann das Projekt deshalb verfahrensübergreifend einordnen. Je nach Geometrie, Entwicklungsstand und Menge kommen Fräs-Biegetechnik, 3D-Druck, Vakuumguss, Tiefziehen oder kundenspezifischer Spritzguss als Alternative infrage. Auch bei größeren Mengen bleibt die Bearbeitung eines Standardgehäuses eine sinnvolle Option, wenn dessen Grundabmessungen passen; ein eigenes Spritzgusskonzept wird erst im konkreten Kostenvergleich bewertet.