Entgraten

Schnittkanten beeinflussen, wie sicher und zuverlässig sich ein Gehäuse verarbeiten und nutzen lässt. apra stimmt die Kantenbearbeitung auf Kabeldurchführungen, Kontaktflächen, Sichtbereiche und die folgenden Fertigungsschritte ab.

Beim Stanzen und Laserschneiden von Blechplatinen können scharfe Kanten und Grate entstehen. Sie beeinflussen die weitere Verarbeitung, die sichere Handhabung des fertigen Gehäuses sowie den Schutz von Kabeln und Einbauteilen. Die apra-gruppe stimmt die Kantenbearbeitung deshalb auf die Funktion des fertigen Bauteils und die folgenden Fertigungsschritte ab.

Warum die Kantenqualität für Ihr Gehäuse wichtig ist

Je nachdem, wo Durchbrüche und Schnittkanten am Gehäuse liegen, müssen sie unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Bei Gehäuse- und Schrankprojekten sind vor allem diese Bereiche relevant:

Bereich Warum es zählt Was apra berücksichtigt
Handhabung und Service
Grate an häufig berührten Kanten können zu Schnittverletzungen führen.
Kanten an Türen, Fronten und zugänglichen Bereichen passend entgraten oder verrunden.
Kabel und Leitungen
Scharfe Ausschnitte können Leitungsisolierungen bei Einbau oder Bewegung beschädigen.
Innenkonturen und Kabeldurchführungen früh kennzeichnen; Kantenbearbeitung und gegebenenfalls zusätzlichen Kantenschutz abstimmen.
Montage und Dichtflächen
Grate an Auflageflächen können das Fügen und den Sitz von Bauteilen oder Dichtungen stören.
Relevante Kontaktflächen und Kanten im Zusammenhang mit Konstruktion und Montage prüfen.
Beschichtung und Korrosionsschutz
Sehr scharfe Kanten können die gleichmäßige Beschichtung erschweren.
Kantenform und Oberflächenprozess gemeinsam planen; erforderliche Schichtqualität projektbezogen festlegen.
Sichtflächen und Oberflächen
Ungeeignete Bearbeitung kann empfindliche Bereiche beeinträchtigen.
Sichtseiten, Prägungen und bereits behandelte Flächen bei der Verfahrenswahl berücksichtigen.

Drei Bearbeitungswege für unterschiedliche Kanten

Beim Flächenentgraten können flache und geeignete profilierte Blechteile entgratet, leicht verrundet und an der Oberfläche bearbeitet werden. Dabei entsteht keine definierte Fase. Für eine kleine Fase an geraden Außenkanten kommt das manuelle Kantenentgraten infrage. Längere Innenkonturen lassen sich unter passenden geometrischen Bedingungen mit einem Rollentgratwerkzeug auf der Stanzmaschine bearbeiten.

Welche Bearbeitung möglich ist, hängt vom konkreten Bauteil ab. Besonders bei kleinen Ausschnitten, engen Radien, Prägungen oder empfindlichen Oberflächen prüft apra die Machbarkeit projektbezogen. Benötigen Sie einen bestimmten Radius oder messbare Grenzwerte für den Restgrat, müssen die Kriterien vorab abgestimmt werden.

Was für die Beurteilung Ihres Projekts hilfreich ist

Zeichnungen, 3D-Modelle oder Muster helfen bei der Einschätzung. Nennen Sie uns nach Möglichkeit Werkstoff, Blechdicke, Abmessungen sowie die Innen- und Außenkanten, auf die es ankommt. Wichtig sind außerdem der Zweck der Kantenbearbeitung, Sichtflächen und die geplante Oberflächenbehandlung. Konkrete Anforderungen an Radius, Fase oder Gratfreiheit können gemeinsam festgelegt werden.

Entgraten in die gesamte Fertigung einbinden

Entgraten ist häufig ein Schritt zwischen Stanzen oder Laserschneiden und der weiteren Bearbeitung. Ob das Blech anschließend abgekantet, beschichtet oder montiert wird, beeinflusst die Wahl und Reihenfolge der Arbeitsschritte. Bei einer geplanten Chromatierung erfolgt das Entgraten vorher; bereits eloxierte Flächen lassen sich durch Flächenentgraten kaum noch merklich bearbeiten.

Für Ihr Gehäuseprojekt betrachtet apra die Anforderungen zusammen mit Kabelwegen, Kontaktflächen, Sichtseiten und Folgeprozessen. So kann die Bearbeitung früh in den Fertigungsweg für Türen, Frontplatten, Abdeckungen oder andere Metallbaugruppen eingeplant werden. Eine bestimmte Schutzart oder Beschichtungsqualität ergibt sich daraus allein nicht; solche Anforderungen müssen für das gesamte Bauteil geprüft werden.

Von der Projektanforderung zur fertigungsgerechten Lösung

apra prüft, welches Entgratverfahren im Zusammenspiel mit den Anforderungen und weiteren Fertigungsschritten technisch geeignet und wirtschaftlich sinnvoll ist, und erstellt darauf basierend ein Angebot.

Thomas Becker

Produkt-/Projektmanagement