Pulverbeschichtung

Mit der hauseigenen Pulverbeschichtung veredelt die apra-gruppe Metallgehäuse, Schränke und Blechteile mit einer widerstandsfähigen und optisch abgestimmten Oberfläche. Werkstoff, Bauteilgeometrie, Einsatzumgebung, Farbe, Struktur und funktionale Flächen werden dabei auf das gesamte Projekt und die vorgesehenen Folgeprozesse abgestimmt.

Pulverbeschichtung passend zur Bauteilanforderung

Eine Pulverbeschichtung soll nicht nur gut aussehen. Sie muss zum Grundwerkstoff, zur mechanischen Beanspruchung, zur Einsatzumgebung und zur späteren Nutzung des Gehäuses oder Schranks passen. Gleichzeitig beeinflusst der Schichtaufbau toleranzkritische Maße, Passungen, Gewinde sowie Erdungs- und Kontaktstellen.

apra betrachtet deshalb nicht nur Farbe und Struktur, sondern die gesamte Bauteilfunktion. Sichtflächen, Maskierungen, Aufhängung, konstruktive Details und nachfolgende Schritte wie Bedruckung oder Montage werden bereits bei der Auslegung berücksichtigt.

Robuste Beschichtung für elektrisch leitfähige Metallbauteile

Bei der Pulverbeschichtung wird das Beschichtungspulver elektrostatisch auf das elektrisch leitfähige Bauteil aufgebracht und anschließend eingebrannt. Dadurch entsteht eine gleichmäßige, schlag- und abriebfeste Oberfläche. Das Verfahren eignet sich für zahlreiche Gehäuse-, Schrank- und Blechteile aus beispielsweise Stahl, Aluminium oder geeigneten verzinkten Werkstoffen.

Welche Ausführung technisch sinnvoll ist, hängt von Werkstoff, Geometrie, Blechdicke, Beanspruchung und gewünschtem Erscheinungsbild ab. Auch die Eignung des Bauteils für Vorbehandlung, Aufhängung und Einbrennprozess wird projektbezogen geprüft.

Vorbehandlung als Grundlage für Haftung und Korrosionsschutz

Vor dem Beschichten werden die Bauteile gereinigt und vorbehandelt. Die mehrstufige Vorbehandlung entfernt produktionsbedingte Rückstände und schafft eine geeignete Grundlage für Lackhaftung und Korrosionsschutz. Die Anforderungen an den Korrosionsschutz ergeben sich aus dem Werkstoff, der Einsatzumgebung und der späteren Beanspruchung. Deshalb werden Vorbehandlung und Beschichtung nicht isoliert festgelegt, sondern gemeinsam für das jeweilige Bauteil bewertet.

Projektanforderungen besprechen

Sie planen ein Gehäuse-, Schrank- oder Baugruppenprojekt mit pulverbeschichteten Metallteilen? Wir klären gemeinsam, welche Ausführung zu Werkstoff, Funktion, Optik und weiteren Fertigungsschritten passt.

Thomas Becker

Produkt-/Projektmanagement

Farben Strukturen und Sichtflächen abstimmen

Für die optische Gestaltung stehen definierte Farbtöne und unterschiedliche Oberflächenstrukturen zur Verfügung. Neben der gewünschten Farbe werden auch Glanzgrad, Struktur, Sichtseiten und Anforderungen an ein wiederholbares Erscheinungsbild abgestimmt.

Glatte und strukturierte Oberflächen stellen unterschiedliche Anforderungen an die Bauteilvorbereitung und an spätere Kennzeichnungen. Soll das Bauteil beispielsweise digital bedruckt werden, wird die Eignung der Beschichtungsoberfläche für das gewünschte Druckbild mitberücksichtigt.

Schichtaufbau Passungen und Funktionsflächen

Der Pulverlack trägt eine messbare Schicht auf das Bauteil auf. Bei Bohrungen, Passungen, gefrästen Bereichen und anderen toleranzkritischen Geometrien muss dieser Aufbau bereits in der Konstruktion berücksichtigt werden. An Kanten und Bohrungsrändern kann die Schicht lokal stärker ausfallen als auf ebenen Flächen.

Bereiche, die ihre Funktion ohne Beschichtung erfüllen müssen, können projektbezogen maskiert werden. Dazu gehören beispielsweise Gewinde, Passungen, Dichtflächen sowie Erdungs- und elektrische Kontaktstellen. Lage, Größe und zulässige Übergänge werden anhand der Zeichnung und der späteren Montage festgelegt.

Bauteilgeometrie und Aufhängung frühzeitig berücksichtigen

Für eine gleichmäßige Beschichtung müssen alle relevanten Flächen erreichbar sein. Gleichzeitig benötigt das Bauteil geeignete Stellen zum Aufhängen und gegebenenfalls Möglichkeiten, Flüssigkeiten aus der Vorbehandlung sicher ablaufen zu lassen. Kontakt- und Aufhängestellen sollten deshalb möglichst früh an funktional und optisch unkritischen Bereichen vorgesehen werden.

Auch Hohlräume, Überdeckungen, enge Spalte und komplexe Kantungen können das Beschichtungsergebnis beeinflussen. apra prüft die Geometrie deshalb im Zusammenhang mit Fertigung, Beschichtung und späterer Montage.

Wichtige Projektanforderungen im Überblick

Projektpunkt Was berücksichtigt wird
Werkstoff und Einsatzumgebung
Grundwerkstoff, Beanspruchung und erforderlichen Schutz gemeinsam bewerten
Farbe und Erscheinungsbild
Farbton, Struktur, Glanzgrad und Sichtflächen eindeutig festlegen
Toleranzkritische Bereiche
Schichtaufbau bei Passungen, Bohrungen und gefrästen Flächen berücksichtigen
Funktionsflächen
Gewinde, Dicht-, Erdungs- und Kontaktflächen bei Bedarf maskieren
Bauteilgeometrie
Sprühzugang, Aufhängung, Ablaufmöglichkeiten und Ofentauglichkeit prüfen
Folgeprozesse
Bedruckung, Montage und weitere Bearbeitungsschritte in der Prozessfolge abstimmen

Von der Oberflächenanforderung zum fertigen Bauteil

Für eine Anfrage muss die genaue Pulverbeschichtung noch nicht vollständig festgelegt sein. Hilfreich sind Angaben zu Werkstoff und Abmessungen, gewünschter Farbe und Struktur, Sichtflächen, Einsatzumgebung, Stückzahl sowie zu Bereichen, die beschichtungsfrei bleiben müssen.

Auf dieser Basis prüft apra die technische Machbarkeit und stimmt die Beschichtung mit Konstruktion, Fertigung und den geplanten Folgeprozessen ab. Nach dem Beschichten können die Bauteile abhängig von der Projektanforderung bedruckt, montiert oder zu vollständigen Gehäusen, Schränken und Baugruppen weiterverarbeitet werden.