Chromatieren

Für Aluminiumgehäuse und Bauteile kann die apra-gruppe das externe Chromatieren in den Projektablauf einbeziehen. Funktion, Legierung, Kontaktflächen, Sichtanforderungen und nachfolgende Fertigungsschritte werden dabei gemeinsam betrachtet.

Chromatieren passend zur Bauteilfunktion

Beim Chromatieren wird die natürliche Oxidschicht des Aluminiums chemisch umgewandelt beziehungsweise verstärkt. Das Verfahren kann für leichtere korrosive Beanspruchungen, als Vorbehandlung für weitere Beschichtungen und zur gezielten Beeinflussung der Oberflächeneigenschaften eingesetzt werden.

Welche Ausführung zum Projekt passt, hängt von der geforderten Funktion, der Aluminiumlegierung, der Einsatzumgebung und den vorgesehenen Folgeprozessen ab.

Elektrische Kontaktflächen gezielt auslegen

Bei chromatieren Flächen ist die elektrische Kontaktierung nicht pauschal gegeben. Der erreichbare Widerstand hängt unter anderem vom Kontaktdruck und vom konkreten Schichtaufbau ab.

Für Erdungs- oder EMV-relevante Verbindungen werden Kontaktflächen, Befestigung und Anpresssituation deshalb frühzeitig gemeinsam bewertet.

Korrosionsschutz und Vorbehandlung abstimmen

Chromatieren kann für leichtere Korrosionsbeanspruchungen eingesetzt werden und als Grundlage für weitere Beschichtungen dienen. Der tatsächlich erforderliche Schutz richtet sich jedoch nach Einsatzumgebung, Medienkontakt und der gesamten Oberflächenfolge.

Konkrete Prüfanforderungen und Nachweise werden projektbezogen vereinbart, da sich aus dem Verfahren allein keine allgemeingültige Korrosionsklasse ableiten lässt.

Optische Anforderungen eindeutig kennzeichnen

Chromatierte Oberflächen sind in erster Linie funktional. Bearbeitungsspuren oder Unterschiede im Erscheinungsbild können sichtbar bleiben, wenn keine weitergehenden Anforderungen vereinbart wurden.

Sichtflächen und gewünschte optische Merkmale sollten deshalb eindeutig in Zeichnung und Bestellung gekennzeichnet werden

Projektanforderungen besprechen

Sie planen ein Aluminiumgehäuse oder Bauteil mit chromatierter Oberfläche? Wir klären gemeinsam, welche Ausführung zu Funktion, Kontaktierung, Einsatzumgebung und weiteren Fertigungsschritten passt.

Thomas Becker

Produkt-/Projektmanagement

Materialmix und Folgeprozesse berücksichtigen

Gewinde, Befestiger, Einpress- und Schweißteile sowie Kombinationen unterschiedlicher Werkstoffe können die Oberflächenbehandlung beeinflussen. Materialauswahl und Fertigungsreihenfolge werden deshalb vorab geprüft.

Der externe Prozess kann projektbezogen mit mechanischer Bearbeitung, weiterer Beschichtung und Montage abgestimmt werden. Der konkrete Leistungs-, Prüf- und Lieferumfang wird vor dem Angebot festgelegt.

Wichtige Projektanforderungen im Überblick

Projektpunkt Was berücksichtigt wird
Funktion der Oberfläche
Korrosion, Vorbehandlung, Kontaktierung und Folgeprozesse priorisieren
Legierung und Materialmix
Aluminiumlegierung, Befestiger und weitere Werkstoffe prüfen
Elektrische Kontaktflächen
Kontaktdruck, Widerstand und Verbindungskonzept berücksichtigen
Sichtanforderungen
Relevante Flächen und zulässiges Erscheinungsbild kennzeichnen
Prüfanforderungen
Benötigte Nachweise und Abnahmekriterien projektbezogen vereinbaren
Prozessfolge
Bearbeitung, weitere Beschichtung und Montage aufeinander abstimmen

Von der Oberflächenanforderung zum fertigen Bauteil

Für eine Anfrage sind Zeichnung oder 3D-Modell, Aluminiumlegierung, gewünschte Funktion, markierte Kontakt- und Sichtflächen, Einsatzumgebung, Materialkombinationen, Stückzahl sowie Anforderungen an Prüfung und Dokumentation hilfreich.

Auf dieser Basis prüft apra die technische Umsetzbarkeit und stimmt den externen Bearbeitungsumfang mit Konstruktion, mechanischer Fertigung und den vorgesehenen Folgeprozessen ab.